Der Schuh des Manitu Szenenbild 18 © 2001 herbX film

Gespräch mit Marie Bäumer

Man würde Marie Bäumer nicht unbedingt mit einer Komödie wie "Der Schuh des Manitu" in Verbindung bringen. Wie kam dieses Projekt zustande?

Ich bin sehr stolz auf dieses Projekt, das möchte ich gleich einmal vorausschicken. Als ich anfing, das Buch zu lesen, bin ich aus dem Lachen nicht mehr herausgekommen. Ich fand es einfach saukomisch.Im Comedy-Bereich bin ich ja  wirklich nicht gerade zu Hause und auch sonst niemand, der sich sehr schnell zum Lachen bringen lässt. Und als mir dann Michael Herbig in unserem ersten Gespräch erzählte, dass er in einer klassischen Western-Kulisse drehen will, wollte ich bei diesem Projekt unbedingt dabei sein.

Was hat Sie mehr gereizt - der komödiantische Aspekt oder das Winnetou-Thema?

Wir hatten zu Hause keinen Fernseher, und wenn überhaupt, dann haben mich als Kind die Winnetou-Filme, die ich mir bei den Nachbarn angesehen habe, schon am meisten beeindruckt. Mit meiner Freundin spielte ich sehr oft Indianer, und wir haben auch die Karl-May-Bücher gelesen.Früher haben mich Journalisten gefragt, welches Genre ich denn am liebsten spielen würde. Meine Antwort war immer: „Western natürlich“, worauf ich mitleidsvolle Blicke erntete. Deshalb ist jetzt allein dieser Auftritt im Saloon für mich eine ganz besondere Genugtuung. 

"Männerpension", Ihr bislang größter Kinoerfolg, war im Prinzip ja auch eine Komödie...

Ja, aber die beiden Filme kann man überhaupt nicht miteinander vergleichen, und schon gar nicht meine Rolle. Die Rolle in „Männerpension“ war ja auch nicht lustig. Bei DER SCHUH DES MANITU ist das ganz anders: Ich verkörpere „Uschi“, die nicht nur gut aussehen, sondern auch das gewisse Weibchenhafte haben muss. Was ja auch dazu gehört. Und durch die etwas übertriebene Art und Weise, ist es nicht nur charmant, sondern auch sehr witzig.

Trotz dieser schwierig zu spielenden Rolle liefen die Dreharbeiten von "Der Schuh des Manitu" aber wohl ganz gut?

Ja. Denn ich hatte das Glück, einen Regisseur zu haben, der ganz genau wusste, was er wollte. Und die Kollegen waren alle so reizend, insbesondere mein Hauptpartner Christian Tramitz.Vor allem den ersten Drehtag habe ich noch in lebhafter Erinnerung. Ich war sehr aufgeregt! Und dann musste ich geschlagene acht Stunden warten, bis ich endlich dran kam: Spielen und singen vor 80 Leuten! Ich habe noch nie so ein begeistertes Publikum erlebt. Die haben alle so geschrien und geklatscht, sie wollten gar nicht mehr aufhören. Auf diese Weise verliert man natürlich sehr schnell seine Befangenheit.

Genießen Sie eine harmonische Stimmung beim Dreh?

Auf jeden Fall. Aber es geht natürlich nicht nur darum, dass man sich mit den Leuten gut versteht. Man muss auch für sich selbst innerhalb der Figur etwas finden, das in sich stimmig ist. Das war mir das Wichtigste. Nach den Dreharbeiten habe ich mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge von "Uschi" verabschiedet - so sehr war sie mir mittlerweile ans Herz gewachsen.

Es gibt ja die landläufige Meinung, dass es bei Komödien sehr ernst am Set zugeht. Können Sie das bestätigen?

In gewisser Weise schon. Denn Komödie hat sehr viel mit Timing zu tun. Wenn der eine den entscheidenden Schritt eine Sekunde zu spät macht, ist der Gag eben weg. Bei "Der Schuh des Manitu" lief die Sache allerdings ein wenig anders ab. Ich glaube, ich habe noch nie so viel bei Dreharbeiten gelacht wie hier. Allein diese vielen völlig unterschiedlichen Charaktere, ob Hilmi Sôzer oder Sky du Mont, Christian Tramitz oder Rick Kavanian, jeder war auf seine Art witzig und hatte immer irgend einen  Spruch auf Lager. 

Sie hatten es ja ausschließlich mit männlichen Kollegen zu tun. Wie fühlten Sie sich in dieser Rolle?

Ich musste schon einiges einstecken und war als einziges Mädchen unter den ganzen Jungs schon ziemlich arm dran. Trotzdem spielte sich das Ganze auf einer total netten Ebene ab. Es war natürlich auch von Vorteil, dass ich ein paar von ihnen bereits länger kannte. Mit Tim Wilde habe ich schon zusammengearbeitet und mit Siegfried Terpoorten war ich auf der Schauspielschule. Kurz: es war reizend, ich habe mich wirklich wohl gefühlt.