Der Schuh des Manitu Szenenbild 18 © 2001 herbX film

Gespräch mit Winnetouch

Hallo Winnetouch, wer ist eigentlich der Ältere von Euch Zwillingsbrüdern?

Eigentlich ich, weil ich zwei Minuten früher geboren bin. Man unterscheidet uns anhand des Muttermals. Da bin ich auch sehr stolz drauf. Ich glaube, der Abahachi war immer schon neidisch auf mein Muttermal.

Und warum bist Du, als der Ältere, nicht Häuptling geworden?

Weil mir das Ganze ein bisserl zu albern ist. Wirklich. Ich wollte immer Perlentaucher werden, aber bei uns gibt es ja sooo wenig Wasser. Und dann hab´ ich mir gedacht, geh ich nach San Francisco. Ich hab‘ gehört, das soll so eine putzige kleine Stadt am Meer sein. Aber da wimmelts ja nur so von Erdbeben. Und dann bin ich erst gar nicht hin. Dann dacht´ ich mir - gut, erwerbe ich halt ein Grundstück zwischen Kansas und New Mexiko und gründe eine Beauty-Farm: Die Puder Rosa Ranch!

Und wie habt ihr eure Kindheit verbracht?

Als Kinder waren wir eine richtig schöne Clique: das Halbblut Uschi, die bei uns im Dorf aufgewachsen ist, Abahachi, mein Zwillingsbruder und der Dimitri, der von unserem Vater aus dem Fluss rausgeholt wurde. Er war ein Findelkind, der arme Tropf. 

Und woher kommt er?

Der muss aus Griechenland angeschwemmt worden sein. Er weiß es leider nicht mehr, da war er noch zu klein - 16 oder so - aber auf jeden Fall war er schon geschlechtsreif, ich hab´ ihn nämlich heimlich beim Baden beobachtet. 

Was kam danach?

Danach sind unsere Wege auseinander gegangen. Der Dimi ist nach Mexiko gegangen und hat sich da eine Taverne gepachtet. Ich hab die „Puder Rosa Ranch“ gegründet und kann davon eigentlich ganz gut leben. Ich hab´ ein paar Stammgäste, die kommen zu Ostern oder zum Independence Day. Den hat es damals noch nicht gegeben. Wir haben quasi den Independence Day eingeführt, aus Griechenland, weil der Dimi immer unabhängig sein wollte.

Das klingt ja nach einem wunderbar unabhängigen Leben...

Ja, aber anstrengend ist es auch. Wenn ich z. B. ins Prosecco-Geschäft muss, hab‘ ich einen wahnsinnig weiten Weg vor mir. Aber ich freu' mich über jeden Besuch, bei uns sind alle herzlich willkommen, egal welche Rasse, welches Alter und welche Gesinnung. Ich bin Cosmopolit!

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