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Wasserspiele auf Malta

Im Oktober 2008 zog die Produktion mit einem 100 Personen starken Tross für vier Wochen nach Malta um. In den MFS Mediterranean Film Studios nahe der Hauptstadt Valetta steht ein riesiges Wasserbecken, das auch schon für eine Vielzahl großer Hollywood-Blockbuster wie "Gladiator" oder "Troja" genutzt wurde. 

In dem künstlichen Wassertank lässt sich der Wellengang wunschgemäß für die Dreharbeiten kontrollieren, während sich im Hintergrund nahtlos die Weite des echten Meeres anschließt. So ist die Illusion perfekt: Die Szene wirkt, als wäre sie auf hoher See gedreht worden, obwohl die meisten Teammitglieder trockenen Fußes an Land stehen.

Auf Malta kam eine zweite Version von Halvars Wikingerschiff zum Einsatz. Nicht nur, weil der Transport von Bayern nach Malta zeitlich zu lange dauerte, sondern auch, weil im Wasserbecken und auf dem rauen Meer entlang der Küste andere Herausforderungen an das Schiff gestellt wurden als auf dem seicht wabernden Wasser der windgeschützten Bucht am Walchensee. Der besondere Clou des Malta-Schiffes war, dass es unter Deck fast 30 Kubikmeter Schwimmkörper hatte. "Das war wohl das einzige Schiff, das niemals untergehen kann", sagt der Wikinger-Experte Burkhart Pieske. "Im Grunde war das ein einziger Styroporklotz in Schiffsform." So viel Sicherheit überzeugte auch die Sicherheitsbehörden: Das unsinkbare Gefährt, das bei gutem Achternwind mit 5 bis 7 Knoten über das Wasser rast, wurde vom TÜV bis 2013 zugelassen.

Für die Dreharbeiten auf Malta wurde auch eine chinesische Dschunke gebaut, die Wickie und die starken Männer im dichten Nebel entdecken und entern. Weil dieses Schiff, wie vom Drehbuch vorgeschrieben, bildstark im Meer versinken sollte, wurde der Styroporanteil im Innern deutlich reduziert. Dafür sorgte eine ausgeklügelte und wasserfeste Hydraulik für den filmgerechten Untergang.

So groß die Feindschaft zwischen dem Schreckliche Sven und Halvar von Flake auch ist: Aus Kostengründen mussten sie für die Dreharbeiten Schiff-Sharing betreiben. So ist das Piratenschiff, auf dem der schreckliche Sven seinen Morgenstern schwingt, genau dasselbe wie Halvars Wikingerschiff. "Wir haben die Drachenköpfe, die Segel, die Schilde, die Möbel und die Verblendungen der Steven ausgetauscht", erklärt Matthias Müsse. "So ein Boot kostet viel Geld und ist nicht schnell hergestellt. Deshalb haben wir für Malta nur eins gebaut und einfach nur umdekoriert bis dann das zweite Walchensee-Schiff für weitere Aufnahmen mit der Fähre über Genua ankam."

Ursprünglich sollte der Turm, unter dessen Spitze das magische Horn von Töle hängt, in Spanien gebaut und gedreht werden. Doch in der kargen Felslandschaft auf Maltas Nachbarinsel Gozo entdeckte Production Designer Matthias Müsse die gut erhaltenen Fundamente eines Jahrhunderte alten Bauwerks. Vor dieser Kulisse konnten die Schauspieler agieren. Der eigentliche Turm entstand später als digitaler Effekt am Computer, während die Innenräume samt Wendeltreppe und Horn von Töle in der Halle 12 der Bavaria Filmstudios gebaut wurden.

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